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Strategie für lebenslanges Lernen
Belgium - German-Speaking Community

Belgium - German-Speaking Community

1.Aufbau und Steuerung

1.2Strategie für lebenslanges Lernen

Last update: 31 March 2026

Die “Bildungsvision 2040” der Deutschsprachigen Gemeinschaft

Leitsatz 

„Das Bildungswesen in der Deutschsprachigen Gemeinschaft gewährleistet für alle Lernenden eine qualitativ hochwertige und inklusive Bildung in einer Lernumgebung, in der sie ihren individuellen Bedürfnissen und Potenzialen entsprechend gefördert und gefordert werden, sich entfalten und wohlfühlen.“ 

Entwicklung

Um hierfür die Weichen zu stellen, hat die Regierung der Deutschsprachigen Gemeinschaft, im Rahmen des Regionalen Entwicklungsprogramms von 2019 bis 2024 das Reformprojekt „Gesamtvision – Bildung zukunftsfähig gestalten“ auf den Weg gebracht. Ausgehend von einer eingehenden Diagnose des bestehenden Bildungssystems, wurde die Bildungsvision 2040 im Dialog mit allen Bildungsakteuren entworfen. 

Ziel

Die “Bildungsvision 2040” soll die Basis für ein nachhaltiges und gerechtes Bildungssystem in der Deutschsprachigen Gemeinschaft Belgiens schaffen. 

Ziel ist es, bis 2040 durch hochwertige inklusive Bildungsangebote in der frühkindlichen und schulischen Bildung sowie der mittelständischen Ausbildung die Bildungschancen von Kindern und Jugendlichen zu verbessern und ihnen die Kompetenzen zu vermitteln, die sie zum lebenslangen Lernen befähigen, sowie die beruflichen Rahmenbedingungen des unterrichtenden und unterstützenden Personals zu optimieren. 

Ein strategischer Rahmen für Reformen und Projekte

Die Vision setzt zukünftig den übergreifenden strategischen Rahmen für Reformmaßnahmen, Bildungsprojekte und -initiativen in der Deutschsprachigen Gemeinschaft. 

Die "Bildungsvision 2040"

  • sichert zum einen eine bessere Anpassung an die globalen Verpflichtungen, die die Deutschsprachige Gemeinschaft eingegangen ist; 
  • fördert zum anderen das Verantwortungsbewusstsein aller Bildungsakteure in der Deutschsprachigen Gemeinschaft für die Bildung als gesamtgesellschaftliche Aufgabe, sowohl in Bezug auf die bürgerschaftliche Teilhabe als auch auf das Leben und Arbeiten in einer global vernetzten Welt. 

Jede Bildungseinrichtung hat in ihrer Bildungs- und Erziehungsarbeit einen Auftrag der Gesellschaft zu erfüllen. Hierzu gehört die Persönlichkeitsentwicklung, die Achtung vor Mensch und Umwelt, die Weltoffenheit, die Vermittlung von fachlichen und überfachlichen Kompetenzen. Diese Bildungs- und Erziehungsarbeit fußt auf der Anerkennung der Menschenrechte, gemäß der universellen Erklärung der Menschenrechte der Vereinten Nationen, der Europäischen Konvention zum Schutz der Menschen - rechte und Grundfreiheiten, auf dem Übereinkommen der Vereinten Nationen über die Rechte von Menschen mit Behinderungen sowie dem Schutz und der Veranschaulichung der Sprache und der Förderung von Kultur und Identität. 

Festgelegte Grundsätze definieren die Zielrichtung der zu ergreifenden Maßnahmen, die allesamt dazu dienen, das Bildungssystem - vom Daten- und Qualitätsmanagement, über die Bildungsstandards bis hin zur Ressourcenverteilung und Aus- und Weiterbildung der Lehrenden - den Bedürfnissen der Lernenden und der Gesellschaft, in der sie leben und arbeiten werden, anzupassen. 

Die Bildungspolitik der Regierung der Deutschsprachigen Gemeinschaft richtet sich an der Bildungsvision 2040 aus.

Näheres zum Entwicklungsprozess der Bildungsvision

Die Bildungsvision 2040 ist das Ergebnis eines mehrjährigen Entwicklungsprozesses. Dem Dialog mit den Akteuren des ostbelgischen Bildungswesens und den Bürgern wurde bei der Visionsentwicklung besondere Bedeutung beigemessen. Mittels einer Online-Umfrage, mehrerer Workshops und Zukunftsforen wurde 2019 die Meinung der Bürger und Akteure zu den Stärken und Herausforderungen des Bildungswesens erhoben. 2020 vereinbarte die Regierung der Deutschsprachigen Gemeinschaft eine Kooperation mit der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD). Anhand von Daten, Fakten und zahlreichen Akteur-Interviews nahm ein interdisziplinäres Expertenteam der OECD die Strukturen, die Wirkung der eingesetzten Mittel sowie die Bildungsqualität in der Deutschsprachigen Gemeinschaft aus einer international vergleichenden Perspektive unter die Lupe.

Hauptakteure des Lebenslangen Lernens in der Deutschsprachigen Gemeinschaft

  • Regierung und Ministerium (Erstellung der Rahmenpläne, Bezahlung der Lehrer-Gehälter, Bezuschussung von Bildungseinrichtungen,... )
  • Die Primar- und Sekundarschulen
  • Die Akteure der schulische Weiterbildung/ Akademien für Erwachsenenbildung
  • Die Hochschule (“Autonome Hochschule Ostbelgien”)
  • Das “Zentrum für Aus- und Weiterbildung im Mittelstand” (ZAWM)
  • Das Arbeitsamt (ADG)
  • Die anerkannten Erwachsenenbildungseinrichtungen
  • Der Rat für Erwachsenenbildung (Interessensvertretung der anerkannten Erwachsenenbildungseinrichtungen)
  • Die Nationale Agentur Erasmus+

Die Nationale Agentur für Erasmus+ und lebenslanges Lernen (LLL) in Belgien ist aufgrund des föderalen Aufbaus des Landes in verschiedene Einheiten aufgeteilt, die nach Gemeinschaften (Deutschsprachige, Flämische, Französische) gegliedert sind. 

In der Deutschsprachige Gemeinschaft fungiert aktuell das Jugendbüro als Nationale Agentur für Erasmus+ (Jugend und Bildung). Es ist der zentrale Ansprechpartner für internationale Projekte, Freiwilligendienste und lebenslanges Lernen in Ostbelgien.

Verfolgung relevanter LLL-Ziele und -Politiken, die von der EU festgelegt wurden:

  • Auf Ebene der Validierung von nicht-formal und informell erworbenen Kompetenzen: In der Deutschsprachigen Gemeinschaft findet die Validierung von nicht-formal und informell erworbenen Kompetenzen, auf Ebene der dualen Ausbildung statt (Projekt “KomAn”): Menschen, die viel Berufserfahrung haben, aber keinen Berufsabschluss, können ihre praktischen Berufskompetenzen im Zentrum für Aus- und Weiterbildung im Mittelstand (ZAWM) zertifizieren lassen. Bei bestandener Prüfung erhalten die Absolventen zwar kein Gesellenzeugnis, dafür aber eine offizielle Bescheinigung zum Nachweis der beruflichen Kompetenzen.
  • Um das Lebenslange Lernens zu fördern, 
    • wird den Bürgern (neben der klassischen Arbeits- und Berufsberatung im Arbeitsamt), ebenfalls eine Beratung zu Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten zur Verfügung gestellt. 
    • Des Weiteren stellt das Weiterbildungsportal des Ministeriums, relevante und aktuelle Informationen zu Weiterbildungsthemen aus der Region zur Verfügung. Dazu gehören auch spezielle Angebote zur Verbesserung der digitalen-; sprach-; und sogenannten green skills.